Wir rühren keinen Finger, bis auf dem Konto steht:

777'000

Franken

Nicht 77. Nicht 7'777. Nicht ein Like. Nicht ein „stark“.

Aktenzeichen S-0777-ULTIMATUM Kontrollierte
Bewegungslosigkeit

Die Schildbürger Partei hat die Lage analysiert.

Vielleicht sogar richtig.

Die Demokratie wird von Lobbyisten überrollt. Die Politik denkt bis zur nächsten Wahl. Die Wirtschaft rechnet bis zum nächsten Quartal. Die Alten verbrauchen die Zukunft der Jungen. Die Jungen sollen alles bezahlen und dabei dankbar lächeln. Die Erde brennt, aber Hauptsache die Rendite stimmt. Die Verwaltung digitalisiert PDFs. Die Armee macht Ferien-WK. Der Himmel wird mit Raketenmüll gefüllt. Und im Einkaufszentrum steht wieder jemand quer vor dem Regal.

Wir haben Lösungen.

Vielleicht.

Wir könnten sie aufschreiben. Wir könnten sie erklären. Wir könnten ein Manifest veröffentlichen. Wir könnten Vorstösse machen. Wir könnten kandidieren. Wir könnten ein Programm entwickeln, das ehrlicher ist als 90 Prozent der Wahlplakate.

Aber ganz ehrlich:

Wir scheissen drauf.

Nicht, weil es uns egal ist. Sondern weil es offenbar allen anderen auch egal ist — ausser wenn es um Parkplätze, Renten, Renditen oder die eigene Aussicht geht.

Also machen wir das einzig Konsequente:

Wir zeigen euch mögliche Auswege aus der aussichtslosen Situation. Aber wir rühren keinen Finger, bis 777'000 Franken eingegangen sind.

Nicht 77 Franken. Nicht 7'777 Franken. Nicht ein Like. Nicht ein Kommentar mit „stark“. Nicht ein „das müsste man mal machen“.

777'000 Franken.

Vorher bleibt die Schildbürger Partei im Zustand kontrollierter politischer Bewegungslosigkeit.

Wir sind vielleicht das Volk. Wir haben sicher keine Lobby. Wir haben keine Verwaltungsratssitze. Wir haben keine Parteisponsoren. Wir haben keine CEO-Zirkel. Wir haben keine diskreten Abendessen mit Entscheidern.

Wir haben vielleicht Recht.

Und das reicht in diesem Land offensichtlich nicht.

Darum gilt ab sofort:

Wenn Vernunft nichts wert ist, bekommt Zweifel einen Preis.

777'000 Franken.

Dann beginnen wir vielleicht.

Unser Grundsatz:

Wir wissen es vielleicht besser. Aber unbezahlte Vernunft ist in der Schweiz nicht mehr konkurrenzfähig.

Unser Leitsatz:

Spendet 777'000 Franken — oder geniesst den Untergang in Eigenverantwortung.


Fussnote in eigener Sache: Ja, wir wissen es. In Artikel 56 unseres Programms fordern wir ein Verbot von Spenden an Parteien und Politiker — «Politische Macht soll durch Stimmen entstehen, nicht durch Geld». Und ja, hier stehen wir und verlangen 777'000 Franken. Genau das ist der Witz: In einem Land, in dem Geld redet und Vernunft schweigt, ist der ehrlichste Wahlkampf der, der seine eigene Käuflichkeit offen auf die Startseite schreibt. Wer uns die 777'000 überweist, finanziert ausgerechnet jene Partei, die dieselbe Spende anschliessend verbieten will. Ein Schildbürgerstreich? Selbstverständlich. Aber wenigstens ein transparenter — und das ist mehr, als die meisten von sich behaupten können.