Die Schildbürger Partei hat die Lage analysiert.

Vielleicht sogar richtig.

Die Demokratie wird von Lobbyisten überrollt. Die Politik denkt bis zur nächsten Wahl. Die Wirtschaft rechnet bis zum nächsten Quartal. Die Alten verbrauchen die Zukunft der Jungen. Die Jungen sollen alles bezahlen und dabei dankbar lächeln. Die Erde brennt, aber Hauptsache die Rendite stimmt. Die Verwaltung digitalisiert PDFs. Die Armee macht Ferien-WK. Der Himmel wird mit Raketenmüll gefüllt. Und im Einkaufszentrum steht wieder jemand quer vor dem Regal.

Wir haben Lösungen.

Vielleicht.

Wir könnten sie aufschreiben. Wir könnten sie erklären. Wir könnten ein Manifest veröffentlichen. Wir könnten Vorstösse machen. Wir könnten kandidieren. Wir könnten ein Programm entwickeln, das ehrlicher ist als 90 Prozent der Wahlplakate.

Aber ganz ehrlich:

Wir scheissen drauf.

Nicht, weil es uns egal ist. Sondern weil es offenbar allen anderen auch egal ist — ausser wenn es um Parkplätze, Renten, Renditen oder die eigene Aussicht geht.

Also machen wir das einzig Konsequente:

Wir zeigen euch mögliche Auswege aus der aussichtslosen Situation. Aber wir rühren keinen Finger, bis 777'000 Franken eingegangen sind.

Nicht 77 Franken. Nicht 7'777 Franken. Nicht ein Like. Nicht ein Kommentar mit «stark». Nicht ein «das müsste man mal machen».

777'000 Franken.

Vorher bleibt die Schildbürger Partei im Zustand kontrollierter politischer Bewegungslosigkeit.

Wir sind vielleicht das Volk. Wir haben sicher keine Lobby. Wir haben keine Verwaltungsratssitze. Wir haben keine Parteisponsoren. Wir haben keine CEO-Zirkel. Wir haben keine diskreten Abendessen mit Entscheidern.

Wir haben vielleicht Recht.

Und das reicht in diesem Land offensichtlich nicht.

Darum gilt ab sofort:

Wenn Vernunft nichts wert ist, bekommt Zweifel einen Preis.

777'000 Franken.

Dann beginnen wir vielleicht.

Unser Grundsatz:

Wir wissen es vielleicht besser. Aber unbezahlte Vernunft ist in der Schweiz nicht mehr konkurrenzfähig.

Unser Leitsatz:

Spendet 777'000 Franken — oder geniesst den Untergang in Eigenverantwortung.


Fussnote in eigener Sache: Ja, diese Partei fordert in ihrem eigenen Programm ein Spendenverbot für Parteien. Eine Partei, die Spenden verbieten will und gleichzeitig 777'000 Franken verlangt, ist selbstverständlich ein Schildbürgerstreich mit Ansage. Wir wissen das. Genau deshalb steht es hier — sichtbar, dokumentiert und mit Namensschild. Sobald das Spendenverbot gilt, halten wir uns daran. Bis dahin gelten die Regeln, die wir kritisieren. Auch das ist Schilda.